Liebe Freund*innen,

Greta hat leider nur allzu recht: our house is on fire. Ob Australien, Sibirien oder Kalifornien – es brennt lichterloh. Jedes Jahr. Auch hier bei uns wechseln sich zunehmend Dürre und Starkregen ab. Und wir alle wissen: Das ist erst der Anfang. 

Die gute Nachricht ist: Wir können etwas ändern. Denn die nächste Bundestagswahl wird eine Klimawahl. Lasst sie uns nutzen, um gemeinsam den CO2-produzierenden Sektor dieser Welt zu verlassen!

Technisch – und auch wirtschaftlich könnten wir den CO2-produzierenden Sektor schon längst verlassen. Was fehlt, ist der politische Wille.

Ich bin überzeugt: Je schneller wir als großes Industrieland zeigen, dass – und wie – es mit grüner Energie einfach besser geht, desto schneller werden uns andere Länder folgen! Dann haben wir doch noch eine Chance die gefährlichsten „Kipp-Punkte“ des Klimas in letzter Minute zu umschiffen und die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen! Aber dafür müssen wir jetzt den Hebel umlegen. 

Aus über 10 Jahren Praxis weiß ich: Ein 100% erneuerbares Energiesystem ist nicht nur machbar, sondern längst auch günstiger. Dank dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sind Sonnen- und Windenergie die billigsten Energieformen, die wir als Menschheit je entwickelt haben. Und sie sind die einzigen, die unseren Energiebedarf dauerhaft decken können. Speicher und andere Schlüsseltechnologien für eine 100% klima-neutrale Gesellschaft sind auch längst da. 

Ich trete an als alleiniger Votenträger der gesamten Abteilung Ökologie

Die Puzzle-Teile müssen nur zusammengefügt werden! Der Ort dafür ist der Bundestag. Wir brauchen wieder einen genau so großen Wurf wie das erste EEG vor 20 Jahren. Nur diesmal für Alle: Für alle Sektoren – und für alle Menschen. Wir brauchen ein Energiesystem, das die vorhanden Technologien nutzt und koppelt. Und wir brauchen ein solidarisches Energie-Marktdesign, das möglichst allen die Erzeugung sauberer Energie ermöglicht, aber dabei CO2-Freiheit und soziale Teilhabe zusammen denkt!

Wir als BAG Energie haben dazu erste konkrete Vorschläge erarbeitet und diese Ideen möchte ich im nächsten Bundestag auch vorantreiben. Deswegen möchte ich da hin.

Um die Klimakrise doch noch in den Griff zu bekommen, müssen möglichst viele Menschen mitanpacken, damit wir in den nächsten 10 Jahren den Ausbau von Wind- und Solaranlagen verzehnfachen, auch auf den Dächern hier in Berlin. Mein Ansatz dazu ist: Energie von Allen für Alle. So dezentral wie möglich und so zentral wie nötig. Dafür sprechen viele technische, wirtschaftliche, aber auch politische Gründe. Ich bin felsenfest überzeugt: Wenn die Menschen wissen, dass die Wind- und Solar-Anlagen sie nicht nur mit Strom, sondern auch mit Energie zum Heizen (und zukünftig leider auch zum Kühlen) beliefern und ihre Mobilität ermöglichen, wenn sie obendrein wissen, dass diese Anlagen die neue Kita mitfinanzieren, dann wollen sie mehr, nicht weniger, Windräder. Dann wollen sie Solarenergie auf ihren eigenen wie auf öffentlichen Dächern oder auch behutsam in die Landschaft integriert.

Wir brauchen dazu auch ein Recht auf Klimaneutralität – damit auch Mieter*innen Solarenergie auf ihren Dächern und an ihren Balkonen einfordern können. CO2-freies Leben darf nicht vom Geldbeutel abhängen!

Wir haben einen Plan – Laßt ihn uns umsetzen! Bild: Philip Grözinger

Erneuerbare Energien sind von ihrer Natur her eher dezentral. Darin liegt ein unglaubliches Demokratisierungs- und auch Gerechtigkeitspotenzial. Statt zwangsweise von großen Konzernen abhängig zu sein, sollten die Menschen, aber auch die Unternehmen und alle anderen Akteuer*innen vor Ort, die Chance haben – soweit sie wollen und können – ihre Energieversorgung selbst zu organisieren. Solche “energy communities” wissen oft am besten wieviel Energie sie wann brauchen – und auch wo sie Energie sparen können. Sie wissen, wo die Wind- und Solaranlagen am besten hinpassen. Und sie wissen am besten wie sie Einsparung, Verbrauch und Erzeugung zusammenbringen. Das Energiesystem sollte diese „Schwarm-Intelligenz” nutzen! 

Natürlich müssen wir auch in einem dezentralen System die Regionen vernetzen. Innerhalb von Deutschland, und vor allem innerhalb von Europa. Denn: Die Energiewende ist ein zutiefst europäisches Projekt. Durch geschickten Ausgleich von Energieflüssen brauchen wir insgesamt weniger Windräder, Solaranlagen und Speicher. Gleichzeitig festigt der Energie-Austausch den europäischen Zusammenhalt dauerhaft und gibt dem europäischen Projekt neuen Schwung. So stärken wir nachhaltig die oft wind- und sonnenreichen Regionen in Süd- aber auch in Osteuropa und ermöglichen dort den Aufbau neuer Industrien.

Schließlich brauchen wir endlich eine echte Energiewende-Außenpolitik auf Augenhöhe, die weit mehr ist als nur „Import-Sicherung“ von grünem Wasserstoff. Statt eines „grünen“ Kolonialismus, brauchen wir eine globale Energiewende, um anderen Ländern und Regionen zu helfen, selbst schnell zu dekarbonisieren. Das wird Waren- und Energieflüsse, und in Folge auch Machtstrukturen verändern. So entstehende Konflikte müssen wir möglichst vorausschauend managen, etwa durch gerechte Verteilungsmechanismen, um langfristig Frieden zu sichern! Auch dafür will ich im nächsten Bundestag kämpfen.

Zum Schluss noch mal kurz zu mir: ich lebe seit 18 Jahren in Berlin, zunächst in Mitte und Prenzlauer Berg und seit 2015 nun in Kreuzberg. Ich bin Volkswirt und habe lange als Journalist gearbeitet. Seit 10 Jahren habe ich das Privileg mit vielen echten Solar- und auch Speicher-Pionier*innen die Energiewende ganz real voranzubringen – und habe durch meine Arbeit zudem quasi eine berufsbegleitende Zusatzausbildung in Elektrotechnik und Physik genießen dürfen. Denn auch das wird im Bundestag wichtig sein: Wir brauchen Menschen, die Energiewende verstehen, die die Probleme kennen und eben auch die Lösungen richtig einschätzen können – technisch, wirtschaftlich und politisch.

Wenn Ihr mir euer Vertrauen schenkt, möchte ich all diese Erfahrungen, mein Netzwerk und vor allem meine Energie für unsere gemeinsame Sache einbringen – für eine 100% nachhaltige Energieversorgung. Noch haben wir Zeit. Lasst sie uns gemeinsam nutzen.

Vielen Dank – und: Let the fossils rest in peace.

 

4 Kommentare

  1. Philip Hiersemenzel

    PS: Wenn ihr Fragen zu meiner Kandidatur habt, schreibt mir!

  2. Katharina Beck

    Tschacka! Wir brauchen Experten wir Dich! 🙂

  3. Ich kann mich Katharina nur anschliessen. Bitte weiter so, meine Unterstuetzung hast du! 🙂

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